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Untersuchung zum Patiententransport in einer EC 135

Defibrillator künftig im Bürgerbüro Hünfeld stationiert (Marktkorb 2.7.2003)
Drei Mitarbeiter erhielten qualifizierte Ausbildung / Notfallversorgung stark verbessert

Hünfeld. Im Bürgerbüro der Stadt Hünfeld wurde jetzt ein Gerät zur Frühdefibrillation stationiert. Drei Mitarbeiter des Rathauses wurden in Verbindung mit dem DRK-Kreisverband Hünfeld und der Akademie für interdisziplinäre Rettungs- und Notfallmedizin an diesem Gerät ausgebildet. Der Vorsitzende dieses gemeinnützigen Instituts, Chefarzt an der HELIOS St.-Elisabeth-Klinik Hünfeld, Dr. Kai Witzel und Bürgermeister Dr. Eberhard Fennel stellten das Gerät im Rahmen einer Pressekonferenz vor. Ziel ist es nach den Worten von Bürgermeister Dr. Fennel, die Notfallversorgung gerade bei akutem Herzinfarkt noch vor dem Eintreffen des professionellen Rettungsdienstes deutlich zu verbessern. Das Rathaus werde damit während der Öffnungszeiten ab sofort eine Anlaufstelle für kompetente Hilfe in akuten Notfällen im näheren Umkreis. Wie Chefarzt Dr. Kai Witzel dazu mitteilte, sterben in Deutschland jährlich allein 130 000 Menschen den sogenannten "plötzlichen Herztod". In etwa 75 Prozent der Fälle besteht in den ersten Minuten nach Eintritt des Herz-Kreislauf-Stillstandes ein Herzkammerflimmern. Mit effizienten Erste-Hilfe-Maßnahmen und einer Herz-Lungen-Wiederbelebung sowie der elektrischen Defibrillation des Herzens kann die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes genutzt und die Überlebenschancen des Patienten nachhaltig gesteigert werden.

Bei "plötzlichem Herzstillstand" könne nur die rasche Abgabe von Stromstößen durch den Defibrillator das Opfer vor dem plötzlichen Herztod retten, betonte Dr. Witzel. Studien in den USA und anderen europäischen Ländern hätten die Effektivität der Frühdefibrillation nachgewiesen. So habe sich allein in Seattle die Überlebensrate um 43 Prozent steigern lassen. Nach der Ausrüstung der Polizei in Rochester sei dort die Überlebensrate sogar auf 58 Prozent gestiegen. In Deutschland liege die Überlebensrate unter 5 Prozent. Ohne die frühe Defibrillation durch Laienhelfer verschlechterten sich die Erfolgsaussichten der Wiederbelebung pro Minute um sieben bis zehn Prozent. Die angesichts der ausgeklügelten Technik sichere und einfache Bedienung der Geräte mache sie auch für medizinische Laien und Ersthelfer einsetzbar. In anderen Regionen Deutschlands hatten bereits viele Unternehmen, Arzt- und Zahnpraxen, Dialysenzentren und Behörden solche Geräte in Dienst gestellt.

Die Akademie für interdisziplinäre Rettungs- und Notfallmedizin wolle dazu beitragen, dass solche Geräte noch weitere Verbreitung fänden. So habe kürzlich auch die Hünfelder Stützpunktfeuerwache ein vergleichbares Gerät in den Dienst gestellt.

 

Unterstützung des Voraushelfersystems in Weyhers

wir möchten das gemeinsame "Voraushelfer"-System von Feuerwehr Ebersburg-Weyhers und Malteser Hilfsdienst Künzell im Rahmen einer Auftaktveranstaltung der Fachöffentlichkeit von Feuerwehr, Hilfsorganisationen, Politik vorstellen. Dazu möchten wir auch Dich als einen frühen und entscheidenden Wegbereiter einladen.
Wir feiern am Sonntag, 26. Januar 2003 in Weyhers.
 Wir beginnen den Tag um 09:30h mit einem gemeinsamen Gottesdienst in der Kirche und treffen uns anschließend ab 11:00h im Feuerwehrgerätehaus.
Dort werden wir kurz Entwicklung des Systems darstellen, unser Konzept vorstellen und sicherlich spricht auch der eine oder andere Verantwortliche ein Grußwort. Begleitend werden wir das Einsatzmaterial unserer Einheit präsentieren und kräftig für die Frühdefibrillation werben.
Sicherlich bietet der Rahmen dieser Veranstaltung eine gute Gelegenheit, die von der AiRN zugesicherten 500,- Euro für den AED feierlich zu überreichen und so auch die Arbeit der Akadmie in der Öffentlichkeit darzustellen. Presse (Print, TV, Radio und Fachzeitschriften) ist informiert.
 Wir freuen uns auf ein Treffen in Weyhers und verbleiben

 

Frühdefibrillation

Jährlich sterben 130 000 Menschen in Deutschland den plötzlichen Herztod.

In ca. 75 % der Fälle besteht in den ersten Minuten nach Eintritt des Herz-Kreislauf-Stillstandes ein Herzkammerflimmern. Mit effizienten Erste-Hilfe-Maßnahmen und der Herz-Lungen-Wiederbelebung, sowie der elektrischen Defibrillation des Herzens in den ersten Minuten, kann die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes genutzt und die Überlebenschancen gesteigert werden. Bei plötzlichem Herzstillstand kann nur die rasche Abgabe von Stromstössen (Defibrillation) das Opfer vor plötzlichem Herztod retten.

Die Defibrillation durch Laien mittels automatischer Defibrillatoren (AEDs) gehört bereits zu den Basismaßnahmen und gewinnt auch in Deutschland immer mehr an Bedeutung. Studien in den USA und Europa haben die Effektivität einer frühen Defibrillation nachgewiesen. So konnte z.B. in Seattle die Überlebensrate auf 43 % gesteigert werden, durch das Ausrüsten der Polizei Rochester sogar auf 58 %.

Je länger gewartet wird, um so schlechter sind die Aussichten auf Erfolg. Im Durchschnitt haben wir in Deutschland eine Überlebensrate von unter 5%.

Ohne frühe Defibrillation durch Laien verschlechtert sich der Erfolg der Wiederbelebung pro Minute um 7-10 %.

Sichere und in der Bedienung einfache Geräte ermöglichen diese Maßnahme auch medizinischen Laien und Ersthelfern.

So wird in den neuen für Deutschland geltenden Richtlinien vom 15.08.2000 empfohlen, die Defibrillation außerhalb der Klinik nach spätestens 5 Minuten und innerhalb der Klinik nach spätestens 3 Minuten durchzuführen.

Außerdem wird an Orten mit der Wahrscheinlichkeit des Auftretens eines kardiologischen Notfalls alle 5 Jahre die Aufstellung von AEDs empfohlen.

Außerhalb unserer Region haben viele Unternehmen, Arzt- & Zahnarztpraxen, Dialysezentren und Behörden dies bereits, z.T. öffentlichkeits- und medienwirksam, umgesetzt und AEDs angeschafft. 

In fast jeder Gemeinde gibt es eine Freiwillige Feuerwehr oder die Bereitschaft einer Hilfsorganisation mit ehrenamtlichen Helfern, die als Vorhut des Rettungsdienstes in die Rettungskette eingebunden werden können, um so eine qualifizierte Hilfe zu gewährleisten. Dadurch entsteht ein neuer, interessanter Aufgabenbereich für viele ehrenamtliche Helfer.

Schwerpunkte der Akademie für interdisziplinäre Rettungs- und Notfallmedizin sind notfallmedizinische Fortbildungen in unserer Region sowie der Aufbau eines verbesserten Rettungsdienstes mit Hilfe verschiedener Firmen. Langfristig planen wir ein flächendeckendes Voraushelfer-System mit Frühdefibrillation in unserer Region.

Hierfür suchen wir Sponsoren. Wir können Ihnen neben der Spendenbescheinigung unseres gemeinnützigen Instituts auch Werbeflächen auf unserer Homepage sowie weitere öffentlichkeitswirksame Präsentationen anbieten. Auch die Stationierung eines Defibrillators in Ihrer Firma mit Schulung Ihrer Mitarbeiter wäre denkbar.

Für weitere Informationen stehen wir gerne zur Verfügung.

  Ihre

Akademie für interdisziplinäre Rettungs- und Notfallmedizin

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ROTOR-JOURNAL 30 1/2000

Untersuchung zum Patiententransport in einer EC 135

(Dr.FL/s) Im Sektor Luftrettung bedeutet Komfort vor allem, einen Verunglückten möglichst schnell und unbeschadet vom Unfallort in das nächste Krankenhaus zu bringen; der Hubschrauber ist hier dem klassischen Transportmittel Rettungswagen ab einer gewissen Strecke im Bezug auf die benötigte Zeit weit überlegen. Revolutionär für eine weitere Verkürzung der Patienten-Be-und Entladung beim Hubschrauber war die Entwicklung der Heckladetüren bei der BO 105, später bei der BK 117 und heute der EC 135. Für den Trans­port im Hubschrauber ist ein geringes Lärm- und Vibrationsniveau wichtig, um den Patienten so wenig wie möglich zusätzliche Belastung zukommen zu lassen. Das AIRS bei der EC 135 ist hier eine wertvolle Entwicklung. Die hohe Geräuschdämpfung macht eine Kommunikation mit dem Patienten während des Fluges möglich. Wie groß allerdings der Stress für den Patienten während seines Transportes im Hubschrauber oder auch im Rettungswagen wirk­lich ist, wurde bisher kaum untersucht. Eurocopter finanzierte nun eine Studie, die sich mit der Frage nach dem Stress für Patienten im Hubschraubertransport befasst.

Dr. Kai Witzel vom Herz-Jesu-Krankenhaus in Fulda beschäftigt sich seit längerer Zeit mit dem - nach eigener Aussage - ,,bisher stark vernachlässigten Faktor Stress für den Patienten während seines Transportes. Witzel glaubt, dass der Hubschrauber seitens der Ärzte am Einsatzort als Transportmittel dem Auto, respektive dem schnellen Bodentransport, öfter vorgezogen werden sollte und versucht dies mittels seiner Untersuchungen zum Faktor Stress beim Patiententransport zu belegen. Ein konkretes Beispiel: An einem beliebigen Unfallort trifft ein bestellter Krankenwagen ein, der zuständige Notfallarzt wird zwecks Zeitersparnis mit dem Hubschrauber aus einem der umliegenden Krankenhäuser eingeflogen. Nach der Diagnose vor Ort kann der Arzt nun als Transportmittel für den Patienten ins nächste Krankenhaus zwischen dem Hubschrauber und dem Krankenwagen wählen. ,,Viele Ärzte entscheiden sich dann oft, auch weil ihnen vielleicht selbst etwas unwohl vor dem Flug im Hubschrauber ist, für den Krankenwagen. Wie ich glaube zu un­recht, gerade wenn ab einer Entfernung von 15 bis 20 Kilometer der Zeitfaktor eindeutig für den Hubschrauber spricht", so Witzel.

Seine erste Untersuchung zum Thema Stress beim Krankentransport konnte die erhöhte Belastung von Patienten während der schnellen Fahrt im Auto belegen. Gerade für Herzpatienten ist der schnelle Transport im Krankenwagen nicht ohne Risiko: Ständiges Abbremsen und Beschleunigen, ein lautes Martinshorn und Blinklicht, Erschütterungen während der schnellen Fahrt sind Faktoren, die einen bereits stark belasteten Patienten zusätzlich gefährden können, auch durch das subjektive Empfinden nach dem Motto: ,,Anscheinend ist es mit mir wirklich ernst, sonst würde nicht so auf die Tube gedrückt werden"'.

 Witzel spricht sich dagegen für einen möglichst sanften Transport aus, sofern der Zeitfaktor nicht der alles Entscheidende ist. Denn ,,der Patient hat ja während der ganzen Zeit die Optimalversorgung sowohl seitens der medizinischen Geräte wie auch des ihn umgebenden Personals. ,Tempo machen' kann hier viel schaden, doch viele Ärzte sind unsicher in der Notfallmedizin und wollen ihre Patienten so schnell wie möglich wieder los werden", lautet Witzels Erfahrung, gezogen aus vielen Jahren in der Unfallmedizin.

Der Transport im Hubschrauber ist gerade durch die beständige Verbesserung des Flugkomforts durch Lärm- und Vibrationsdämpfung mittlerweile zu einem gleichwertigen Äquivalent zum Transport am Boden geworden. Möglicherweise ist er sogar diesem vorzuziehen. Witzel will hier Fakten schaffen: Am 9. September 1998 untersuchte er rund 20 Probanden  und deren Stressempfinden beim Transport im Hubschrauber. Ort war der Flughafen Siegerland im Dreiländereck zwischen Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz, Schulungszentrum der ADAC­Luftrettung, und derzeit Stützpunkt einer brandneuen EC 135 der Gelben Engel, die gleichzeitig als Erprobungsobjekt diente. Eurocopter finanzierte die Aktion.

 Witzels Team von Kollegen und Helfern bei der Untersuchung Umfasste rund ein Dut­zend Personen. Dr.Dr.Dr. Christoph Raschka von der Universität Frankfurt, Institut für Sportmedizin, sowie Carsten Bismarck vom Klinikum Fulda waren die Mitarbeiter der Un­tersuchung. Daneben sorgten ein Laborant, ein weiterer Krankenpfleger und ein Unfallmediziner, mehrere Helfer sowie die Piloten Eric Ouzenga und Peter Reinisch vom ADAC für den reibungslosen Ablauf der Un­tersuchung. Den Patienten wurde vor, während und nach dem etwa zwölfminüti­gen Rundflug im Hubschrauber insgesamt acht mal Blut abgenommen. Danach wur­den die Proben noch am gleichen Tag zentrifugiert und trockengefroren, die genaue Analyse erfolgte später im Klinikum Fulda. Vor allem Cortisol liefert einen aussagekräftigen Wert für den empfundenen Stress. Bei den rund 20 Take Offs und Landungen bewies auch die EC 35 ihre Zuverlässigkeit unter hoher Belastung. Ouzenga bezeichnete diese neueste EC 135 des ADAC als die beste Maschine, die ich bisher geflogen bin. Die Fortschritte in der Qualität bei der Serienfertigung sind deutlich zu spüren."

Die spätere Analyse der Proben belegte Wit­zels Vermutungen, dass dem Hubschrauber noch nicht die ihm angemessene Rolle im Krankentransport zukommt: ,,Je mehr wir den Hubschrauber einsetzen werden, desto mehr wird er als normales Transportmittel wahrgenommen werden und damit gleich­zeitig auch beim Patienten einer der größten Stressparameter, die Aufregung, in den ungewohnten Hubschrauber verladen zu werden, abnehmen".

Eurocopter hat durch seine maßgebliche Unterstützung dieser Aktion erneut belegt, dass beim weltgrößten Hubschrauberhersteller direkte wie indirekte Kunden gleichermaßen wichtig sind bei der (Weiter-) Entwicklung der eigenen Produkte und Leistungen.

Dr. Frank Liemandt